Wir sind bestens vernetzt!

    

 

Christina Wagener (Abi 2014) berichtet von Ihren Erfahrungen im Freiwilligen Sozialen Jahr (FJS)

Weißt du noch nicht, was du nach deinem Abitur machen willst? Bist du gerne unter Menschen und bist du jemand, der gerne anderen Leuten seine Hilfe anbietet? Dann ist aus unserer Sicht ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) genau das Richtige für dich!

Deshalb haben wir, Theresa Wiersch und Christina Wagener (Abi 2014), uns vor fast einem Jahr auch entschieden diesen Weg zu gehen, um die Arbeit im sozialen Bereich kennenzulernen, und um so einen Einblick in die vielfältigen Aufgaben zu bekommen, bevor man sich beruflich dafür entscheidet auf diesem Gebiet zu arbeiten.

Beworben haben wir uns dann über das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Unna, die uns dann an das Berufsbildungswerk(BBW) in Soest weiter vermittelt haben. Auch während dieser Zeit im BBW wurden wir weiter durch das DRK betreut und begleitet, zum einen durch Seminare auf denen wir uns mit anderen FSJ-lern austauschen konnten und zum anderen durch Praxisbesuche bei denen alle unsere Fragen beantwortet wurden.

Im Berufsbildungswerk wurden wir in zwei Bereiche eingeteilt. Ein Bereich war die blindentechnische Grundausbildung (BTG), in der die Teilnehmer lernen wie man in Zukunft mit Blindheit den Alltag meistern kann. Sie lernen das Braillealphabet zu lesen und zu schreiben, lernen jeglichen Umgang mit und um den Computer, Zehnfingertippen und außerhalb davon haben die Teilnehmer die Möglichkeit sich auch in ihrer eigenen Persönlichkeit weiter zu entwickeln.

Dadurch, dass wir immer an der Seite der Teilnehmer waren, haben wir selber schnell einen Einblick in die Arbeit am Computer bekommen und wir haben die Brailleschrift lesen und schreiben gelernt. Somit konnten wir den Ausbilder tatkräftig unterstützen und auch schnell eigene Förderunterrichte anbieten.

Während des Jahres haben wir nicht nur in der BTG aushelfen dürfen, wir durften auch mit Teilnehmern aus der Hauswirtschaft wöchentlich Einkaufen fahren, haben bei Projekten, wie die Apfelsaftaktion, ausgeholfen und haben die Möglichkeit gehabt eigene Projekte zu planen. So fahren wir im Juni mit der BTG und der berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme (BVB) als Abschiedsfahrt drei Tage nach Berlin. Wir werden dort unteranderem das deutsche Blindenmuseum und den Reichstag besichtigen. Es wird ein Ausflug voller toller Momente, viel Arbeit, da wir mit 13 Sehbehinderten/ Blinden unterwegs sein werden, und viel Spaß werden.

Durch den geringen Altersunterschied war unsere größte Aufgabe die Balance zwischen gutem Freund und autoritärer Ausbilderperson zu halten.

Der andere Bereich ist das Wohnheim, in dem die Jugendlichen unter der Woche wohnen und leben, da die Entfernung ihres Heimatortes es ihnen oftmals nicht ermöglicht jeden Morgen zur Ausbildung anzureisen. Hier bezog sich die Arbeit mit den Jugendlichen eher auf den Freizeitbereich. Wir hatten die Möglichkeit die Jugendlichen bei ihren täglichen Aufgaben zu unterstützen und ihnen nebenbei ein attraktives und abwechslungsreiches Freizeitangebot anzubieten. Somit haben wir Angebote wie Fußball- und Basketball- AGs oder spontane Ausflüge wie Kino- oder Kirmesbesuche angeboten.

Anders als in der BTG hatten wir hier sehr eng mit den Jugendlichen Kontakt und wurden schnell als Vertrauensperson bei Problemsituationen wahrgenommen. So konnten wir in den wöchentlichen Teamgesprächen unseren eigenen Eindruck von den Jugendlichen beitragen. Das wurde von den Erziehern sehr geschätzt, da wir oft relevante Dinge von den einzelnen Menschen erfuhren, die die Erzieher so noch nicht wahrgenommen hatten.

Rückblickend können wir sagen, dass wir froh sind, das FSJ gemacht zu haben. Wir haben viel gelernt im Umgang mit Menschen mit Sehbehinderung, aber auch viel für unsere Persönlichkeit dazu gewonnen. Das FSJ hat unsere Erwartungen vollkommen erfüllt und uns auch in der Hinsicht weitergebracht, was wir für unsere Zukunft geplant haben. Wir hatten viele Freiheiten unsere Ideen und Wünsche umzusetzen und wurden vor allem als vollwertige Arbeitskollegen angesehen und akzeptiert.

Wir können es nur ausdrücklich weiterempfehlen ein solches FSJ zu machen, denn kein Studium bringt einen so nah und intensiv an die Arbeit in einem sozialen Bereich. 


Samstag, 23. Mai 2015



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