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Damit dieses Verbrechen niemals in Vergessenheit gerät

Warsteiner Abiturienten besuchen ehemaliges KZ Auschwitz / Ausflug nach Krakau

Auschwitz – hinter diesem Namen verbirgt sich das Schicksal von mindestens einer Million Menschen, die unter dem NS-Regime als Häftlinge zu leiden hatten. Kein einfaches Thema, mit dem sich 16 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Warstein im Zuge ihrer Fahrt in das Konzentrationslager beschäftigten.

Für fünf Tage lang machte sich ein Teil des Q2-Jahrgangs auf den Weg zu dem in Polen liegenden ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz bei Oswiecim. Begleitet wurde die Gruppe vom Stufenlehrer Jan Harlaß sowie von der Referendarin Magdalena Adrijanic und dem Psychologen Holger Rick. Ziel der Fahrt war es, den Schülern einen eigenen Einblick in die Vergangenheit zu ermöglichen und sich konstruktiv mit diesem Kapitel der Vergangenheit auseinander zu setzen.

Zu Beginn der Reise wurde die Stadt Oswiecim erkundet und im Rahmen einer Stadtführung das ehemalige jüdische Viertel, sowie die jüdische Synagoge besichtigt. Auch wenn in der Stadt Oswiecim kein jüdischer Bewohner mehr lebt, ist diese Synagoge noch im Betrieb, da vor allem Juden aus England zusammenkommen um hier zu beten. Abends nach der Stadtführung setzten sich die Schülerinnen und Schüler mit ihren Begleitern in Gesprächsrunden zusammen, um das Erlebte zu reflektieren und aufzuarbeiten. Diese Gesprächsrunden waren deshalb wichtig, da „die Schülerinnen und Schüler noch einmal die Gelegenheit bekommen, mit etwas Abstand auf das Erlebte zu blicken und so auch für sich selbst neue Erkenntnisse gewinnen“, so der Stufenlehrer. Am zweiten Tag der Reise gingen die Schülerinnen und Schüler in das als Stammlager bekannte Lager Auschwitz 1, in dem sie bei einer Führung einen detaillierten Einblick in die Geschichte des Lagers, sowie in die katastrophalen Lebensbedingungen der Häftlinge bekamen. 

Nach diesem bedrückenden Erlebnis stand am Nachmittag das Gespräch mit dem ehemaligen Insassen des Lodzer Ghettos und des Konzentrationslagers in Buchenwald bei Weimar, Ignacy Krasnokucki, auf dem Programm. „Ich fand es sehr beeindruckend, dass er eine solche Offenheit gezeigt hat und alle Fragen, die wir hatten beantwortet hat. Selbst von den schlimmsten Erlebnissen, wie der Flucht und dem Überlebenskampf, hat er berichtet“, so Shirin Wessel. Am dritten Tag wurde das eigentliche Vernichtungslager Auschwitz 2, besser bekannt als Auschwitz-Birkenau, besichtigt, in dem die auf der Wannseekonferenz beschlossene „Endlösung der Judenfrage“, die brutale Ermordung der europäischen Juden, ausgeführt werden sollte. Bis zur Befreiung des Lagers durch die sowjetische Armee, am 23. Januar 1945, die sich in diesem Jahr zum 70. Mal jährte, wurden in dem Lager über 1,5 Millionen Häftlinge brutal umgebracht. Um den Besuch dieses Lagers zu verarbeiten hatten die Schüler/innen den Nachmittag und die abends stattfindende Gesprächsrunde zur Verfügung. Jedoch sollte das Programm die Schüler nicht erdrücken, weshalb diese in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte (IJBS) im Dorf Oswiecim ablenken konnten.

Am nächsten Tag standen der Besuch Krakaus sowie eine Führung durch das jüdische Viertel und durch die Altstadt an. Im Anschluss nutzte die Gruppe die restliche Zeit, um die Stadt auf eigene Faust zu erkunden, bis sie wieder in die Internationale Jugendbegegnungsstätte zurückkehrte. Am letzten Tag lernten die Schüler/innen die Arbeit in den Archiven der Konzentrationslager kennen und konnten sich zu von ihnen gewählten Themen weitere Quellen anschauen und einen eigenen Einblick in die Arbeitsweise des Archives bekommen. In der anschließenden Reflexion lobten die Begleiter das Interesse der Schülerinnen und Schüler während der gesamten Fahrt. Erfahrung, die jeder Mensch machen sollte „Auch wenn die Führungen in der Kälte mehr als drei Stunden dauerten, waren alle stets interessiert und aufmerksam“, so Harlaß. Den Schülern war es wichtig, diesen Ort mal mit eigenen Augen zu sehen. „Es war eine besondere Erfahrung, weil ich finde, dass jeder Mensch dies einmal gesehen haben muss, damit dieses Verbrechen niemals in Vergessenheit gerät“, so eine Schülerin.

Die Ergebnisse der Fahrt und deren Eindrücke werden von den Schülern noch im Rahmen einer Ausstellung und Präsentation an die anderen Schüler weitergegeben.


Von: Hanna Schrewe, Soester Anzeiger vom 21.2.15


Samstag, 21. Februar 2015



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