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Ein wichtiger Abend mit einem leichten Schlusspunkt

Abiturienten präsentieren besondere Lernleistung beim Kammermusikabend

Eine Abiturprüfung ist immer aufregend. Sich nach monatelanger Vorbereitung mit den Aufgaben konfrontiert zu sehen, die es nun in wenigen Stunden abzurufen gilt. Doch diese Zeitspanne gewährt auch die Möglichkeit, eine anfänglich sehr große Nervosität, nach und nach „in den Griff zu bekommen“.

Diese Gelegenheit hatten am Dienstag Theresa Schaminet, Silva Bigge, Amrei Rüther, Jonas Knülle und Sophia Heppelmann nicht. Im Rahmen des Kammerkonzertabends des Gymnasiums Warstein stellten sich die Abiturienten dem praktischen Teil ihrer besonderen Lernleistungen und damit einem Live-Publikum im gut gefüllten Forum.

Die Anspannung unter den Prüflingen, die ihre Gäste am Eingang begrüßten, war spürbar. „Im Rahmen der besonderen Lernleistungen gibt es einfach Stücke, die nicht in den Ablauf des Schulkonzertes passen“, informierte Musiklehrer Arthur Feller die Anwesenden über den Sinn der Veranstaltung und erinnerte auch an dessen Premiere vor zwei Jahren anlässlich der Restaurierung des Ibach-Flügels.

Als „Eisbrecher“ und – wie Feller betonte – aus „Spaß an der Freud“ nahm zunächst Simon Kleber vor dem schwarzglänzenden Instrument Platz und bescherte mit Mozarts „Fantasie d-moll“ KV 397 einen beschwingt-fröhlichen Auftakt. Eigentlich als „Schauspielmusik“ zur Überbrückung von Umbauphasen war die „Morgenstimmung“ aus der Peer-Gynt-Suite No.1 von Edvard Grieg zunächst entstanden. Nun, knapp 150 Jahre später, sorgte sie dafür, dass Theresa Schaminet (Flöte) und Silva Bigge (Klarinette) mit ihrem Vortrag eine hoffentlich gute Note erlangen werden. Begleitet wurden sie von Ioana Corina Ionescu am Klavier.

„Um dem Prüfling möglichst schnell auf den Zahn zu fühlen“ – dazu hatte einst das „Concertino“ von Ernst Sachse gedient, informierte Feller dann über den folgenden Beitrag. Ein solches „Probespielkonzert“ wäre aber für ihn und Michael Baronowsky am Flügel sicher nicht notwendig gewesen – weiß man doch um die Hochkarätigkeit der beiden Musiker – und zeigte sich dennoch als Hochgenuss. Das zu Gehör gebrachte Cimbasso – eine F-gestimmte Bassposaune – hatte Feller beim Archivar des Kasseler Staatstheaters gegen „Warsteiner Währung“ eingetauscht, wie er zur Erheiterung des Publikums erzählte.

Eines der bekanntesten Themen Beethovens, die „Sonate c-moll“ op. 13 (Pathéthique), hatte dann Amrei Rüther für ihre Prüfung gewählt. Da gerade dieses Werk für seine zahllosen Bearbeitungen bekannt ist, wird sie den theoretischen Teil dieser Gegenüberstellung widmen. „Das ist einer, der sich hier hochgedient hat“, freute sich dann Feller, mit Jonas Knülle ein langjähriges Mitglied der Bläserklasse vorzustellen. Mit Peter I. Tschaikowskys „Humoresque“ op. 10 Nr. 2 zeigte der junge Musiker, begleitet von Michael Baronowsky am Flügel, dass ein Horn „auch hoch und tief, auch schnell und langsam“ gespielt werden kann.

Zurück zum Barock ging es schließlich mit der Bach-Sonate in g-moll, BWV 1020, mit der Sophia Heppelmann bewies, was sie in den letzten Jahren auf der Flöte gelernt hatte. „Die Kernarbeit der instrumentellen Ausbildung leisten die Lehrer der Musikschule und des Klingenden Hauses – die dürfen wir hier an der Schule ein bisschen ernten“, dankte Feller abschließend den verantwortlichen Pädagogen der heimischen musikalischen Einrichtungen für ihre Arbeit und gab erneut den über 100-jährigen Flügel frei. „Alles ist nur Spaß auf Erden!“ so heiße es in der Abschluss- Fuge der Oper „Die lustigen Weiber von Windsor“ von Otto Nicolai, dessen Ouvertüre Ioana Corina Ionescu und Michael Baronowsky eindrucksvoll mit vier Händen erklingen ließen und so einem wichtigen Abend doch einen gewissen leichten Schlusspunkt setzten.

Mit einer Einladung zum Schulkonzert am 29. Mai in der Neuen Aula verabschiedeten sich die Vortragenden von ihrem Publikum – das ihnen sicherlich auch für den folgenden theoretischen Teil der Prüfung ganz fest die Daumen drückt.  yz

 

Aus: Soester Anzeiger vom 19.03.2015


Donnerstag, 19. März 2015



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