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„Freund und Helfer“ mit weiblichem Charme

Viola Kühle macht eine Ausbildung bei der PolizeiViola Kühle macht eine Ausbildung bei der Polizei. Die Arbeit in der Wache Brilon macht ihr viel Spaß. Sie freut sich auf ihre künftigen Aufgaben.

Viola Kühle (Abi 2013) macht eine duale Ausbildung zur Polizistin. Die 22-Jährige fühlt sich auf ihre neue Rolle als Ordnungshüterin gut vorbereitet. Praktikum in Brilon.

„Anderen helfen und mit Menschen zu tun haben!“ Die Worte fallen oft, wenn Viola Kühle darüber spricht, warum sie ausgerechnet diesen Beruf gewählt hat. Es sollte kein typischer Büro-Job werden. Im Krankenhaus hatte sie mal ein Praktikum gemacht. Das war es aber irgendwie auch nicht. Dann erzählte ihr ein Cousin von seiner Arbeit bei der Polizei. Und so kam es.

Fünf kurze, fünf Langarmhemden, zwei Hosen, zwei Paar Schuhe, Pullover, Jacke, Parka, Dienstmütze und fünf Paar Socken - Kleidung im Wert von rund 2500 Euro. Als die 22-jährige Viola Kühle aus Warstein-Niederbergheim nach einem halben Jahr Ausbildung ihre Uniform ausgehändigt bekommt, ist das ein besonderer Moment. „Wir haben das mit Kollegen ausprobiert und Menschen beobachtet: Mit einer Uniform wird man schon bewusster wahrgenommen. Und auch einem selbst wird damit klar, dass man in einer anderen Rolle ist“, sagt die junge Frau. „Zu Hause bin ich Tochter oder Schwester. Wenn ich auf der Wache meine Dienstkleidung anziehe, ist das was anderes.“

Abi, Aufnahmeprüfung, Assessment-Center, Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Theorie, Training, Praxis – so sieht die Ausbildung bei der Polizei aus. Nicht jeder wird genommen. Es gibt inzwischen nur noch die Karriereschiene zum gehobenen Dienst; die Basis ist für alle gleich.

Aber es geht auch nicht nur um gute Noten. Sportliche Fitness, gute Reaktion und Koordination, Empathie und soziale Kompetenz sind nur einige Attribute, die einen guten Polizisten ausmachen sollten. „Und hinzu kommt Zusammenhalt. Man sagt, in der Ausbildung wird man fünf Jahre älter und etwas Drill gehört wohl auch dazu. Aber ich verspüre überall einen sehr guten Teamgeist. Und den braucht man, denn später im Dienst ist jeder auf den anderen angewiesen.“

Noch ist Viola Kühle Praktikantin bei der Wache in Brilon. Weil es ihr dort so gut gefällt, möchte sie dort auch ihr Abschlusspraktikum machen. Danach spekuliert sie auf eine sogenannte Erstverwendung in ihrem Heimatkreis Soest.

Auf ihrer Schulterklappe trägt sie momentan noch einen Streifen. „Ne Pommes“, lacht sie. Aber schon bald kommt der erste Stern dazu, dann hat sie ihr Duales Studium als Bachelor of Arts beendet und ist Polizeikommissarin.

Ehrliche Begeisterung

Die junge Frau versprüht eine ehrliche Begeisterung für ihre Arbeit, die sicherlich nicht immer leicht sein wird. „Ich fühle mich gut auf meine Aufgaben vorbereitet“, sagt die angehende Polizistin. Mental und körperlich. In Rollenspielen habe man einige Extrem-Situationen im Vorfeld durchgespielt und die Stressbelastbarkeit ausgetestet. Aber die Realität ist natürlich noch einmal eine Schippe mehr. „Bei meinem ersten Praktikum sind wir zu Dritt rausgefahren; inzwischen sind wir zu Zweit unterwegs. Einen richtig schweren Unfall mit Toten oder Verletzten habe ich noch nicht erlebt, auch noch keine wirklich schwierige Auseinandersetzung. Aber ich bin sicher, dass ich das hinkriege.“

Schon im ersten Ausbildungsjahr kommt die Waffe dazu. Für die 22-Jährige ist der Umgang damit kein Problem. „Das gehört dazu.“ Ebenso wie der Einsatzmehrzweckstock oder das Pfefferspray. „Wer sich für das Gute einsetzt, der begegnet auch dem Bösen“, sagt sich die junge Polizistin. Wenn es in einem Ernstfall mal hart auf hat komme, müsse man sich, seine Kollegen oder andere Menschen ja schließlich schützen. Allerdings hofft und glaubt die 22-Jährige, dass sie sich auf der Eskalationstreppe ganz gut bewegen kann. „Als Polizist regelt man die Dinge nicht von oben herab. Man versucht generell, beruhigend und ausgleichend einzuschreiten“, sagt sie. Vielleicht haben aber auch Frauen noch eine andere Herangehensweise, die besonders deeskalierend wirken kann. Und vielleicht ist die Hemmschwelle, eine Frau körperlich anzugehen, noch eine etwas andere, fügt Ansu Schlenger hinzu. Sie ist erfahrene Polizeibeamtin und eine von neun Tutoren, die sich auf der Briloner Wache um die angehenden Kollegen und Kolleginnen kümmern.

Große Erwartungshaltung

Viola Kühle geht mit einer hohen Erwartungshaltung an ihre Aufgaben heran. Dabei ist der Beruf des Polizisten immer noch eine Männerdomäne. Gerade einmal 16 Prozent der Beamten bei der HSK-Kreispolizeibehörde sind Frauen. Im vergangenen Jahr waren aber immerhin schon 670 Frauen unter den 1900 Neu-Eingestellten. Landesweit leisten 40?000 Polizeibeamte ihren Dienst, davon 22 Prozent Frauen (vor 30 Jahren waren es gerade mal 2,84 Prozent). Und eine von ihnen ist künftig Viola Kühle.

Alles Gute in der blauen Uniform! 

 

 


Samstag, 16. Juli 2016
Von: Thomas Winterberg, WP, 9.7.2016



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