Gymnasiasten simulieren das Referendum der Briten
Donnerstag stimmen die Briten darüber ab, ob sie in der EU bleiben wollen. Der Q1-Englischkurs am Gymnasium Warstein hat die Wahl vorgezogen.
Geht es nach dem Q1-Englisch-Grundkurs des Warsteiner Gymnasiums, dann werden die Briten am Donnerstag dafür stimmen, in der Europäischen Union zu bleiben. Die 22 Schüler haben das Thema „Brexit“ mit ihrer Lehrerin Hannah Budde-Mäkinen in dieser Woche ausführlich besprochen – und sind sich einig: „Die Briten sollen in der EU bleiben.“
Was sagt die „Sun“, was sagt der „Guardian“ zu dem bevorstehenden Referendum der Briten über ihren Verbleib in der EU? Die Schüler haben sich die britischen Zeitungen genau angeschaut und stellen fest: „Die Sun ist eindeutig für den Brexit. Die Schlagzeile ist ein Hingucker. Das ist ein bisschen wie die Bild-Zeitung bei uns“, meint ein Schüler. Während die als Klatschpresse bekannte „Sun“ eindeutig Stellung bezieht, wird es beim eher linksliberalen „Guardian“ schon schwieriger, eine Meinung herauszuhören. „Die sind ganz objektiv“, meint die eine Seite des Kurses. „Na, man kann schon zwischen den Zeilen herauslesen, dass sie eher gegen den Brexit sind“, ist sich die andere Seite sicher. Kann eine britische Tageszeitung überhaupt in einer solchen Frage völlig neutral sein?
Einfluss der Medien
„Wir sollten beachten, dass jeder Artikel, den ihr gelesen habt, auch von einem Menschen geschrieben wurde, der eine Meinung dazu hat“, mahnt Hannah Budde-Mäkinen, „das ist unweigerlich gefärbt, so sehr er auch um Objektiviät bemüht ist – gerade bei einem so entscheidenden Thema.“ Über das Thema Brexit näherten sich die Schüler der Frage nach der gesamten EU. „Ich halte sie für sehr wichtig, denn die Gemeinschaft verhindert sicherlich, dass es Konflikte zwischen den Staaten gibt“, meint eine Schülerin. „Wenn die Briten wirklich gehen, machen das vielleicht andere Staaten nach“, sorgt sich ein anderer. Unmittelbare Auswirkungen auf ihr Schulleben hätte ein Brexit für die Schüler des Gymnasiums nicht: Einen Schüleraustausch mit Großbritannien gibt es seit einigen Jahren nicht mehr (siehe Infobox).
Kurs-Ergebnis ist eindeutig
Doch die Sympathien liegen im Kurs eindeutig bei den Briten: Einen Brexit würde tatsächlich nur einer im Kurs begrüßen; 21 Schüler stimmten in der Simulation des Referendums dagegen. Auch die von ihnen befragten Eltern und Mitschüler sprechen sich überwiegend für einen Verbleib der Briten in der EU aus.
Doch die Umfrage der Warsteiner Schüler zeigt auch: Wirklich sicher, wie sich die Briten morgen entscheiden, sind sich die wenigsten. „Wir müssen wohl den Freitag abwarten“, meint Hannah Budde-Mäkinen. Genug Stoff für die nächste Englischstunde wird das Referendum auch nach der Entscheidung bieten – egal, wie es ausgeht.













