Hein-Knack-Theater
Gelungener Balanceakt zwischen locker-leichten Sprüchen und ernsten Themen. Hein-Knack-Theater greift Problem Mobbing auf: „Schweinebacke" begeistert Fünftklässler.
Das ging den 120 Mädchen und Jungen im Forum des Gymnasiums gehörig gegen den Strich: Der dicke Max wird von allen gemobbt, und Mitschüler Jan - dargestellt von Heinz Diedenhofen vom Ein-Mann-Theater Hein Knack - macht gerne mit: "Ist doch alles nur Spaß".
In dem mit Mitteln des Landes NRW geförderten Kindertheaterstück für die Fünftklässler der Hauptschule und des Gymnasiums ging es um die Themenbereiche Ärgern, Zanken. Mobben.
Jan verteidigt seine Haltung gegenüber Max, von allen nur "Schweinebacke" genannt, und versucht, die Schüler auf seine Seite zu ziehen: „Den kannst du verarschen wie du willst", macht er sich über seinen Mitschüler lustig. Erst als Max verschwindet, weil er das Mobbing nicht mehr aushält, und einen Abschiedsbrief hinterlässt, gerät Jan unter Druck. Er hat den Jungen schließlich ja auch bedroht und erpresst.
Zuvor war Jan überzeugt davon, dass Dicke selber schuld sind, wenn sie zur Lachnummer werden, und Max einfach nur zu empfindlich ist. Doch dann fällt ihm ein Buch in die Hände und beim Lesen erfährt er Wissenswertes über Übergewicht, Bewegung, Ernährung und gesunde Lebensweise. Am Ende weiß er selber nicht mehr so genau, wer eigentlich die „Schweinebacke" ist.
Der einzige Darsteller auf der Bühne, Heinz Diedenhofen, verstand es mit minimalster Ausstattung - Max wird symbolisch als mannsgroße Stoffpuppe dargestellt - sein junges Publikum in den Bann zu ziehen. Spontan äußerten die Kinder ihren Unmut, wenn Jan sich als sportlicher Bursche gab, der nach Belieben andere ärgern und beschimpfen darf. Er sprang sogar ein ums andere Mal von der Bühne und wollte sich bei den Zuschauer Bestätigung holen, dass sein Handeln okay ist - doch das Publikum zog nicht mit.
In der anschließenden Diskussion ging es darum, dass jeder einzelne über sein Verhalten nachdenken sollte und Verantwortung dafür übernehmen muss für das, was er anderen antut. Und die Kinder waren einig: Es ist nicht alles nur Spaß. Richtig Spaß gemacht hat allerdings die Begegnung mit dem Hein-Knack-Theater.
Text und Foto: Susanne Löbbert, WP, 4.9.2008













